Rückblick Uraufführungen 2017

meta/morph I-V: Etüden für kleines Ensemble (2016)

15. Februar 2017, Münster

Jugendensemble Dortmund/Münster // (Einstudierung Achim Fiedler)

 „Sammelsurium Nr. 1“ für vier Trompeter (2016/2017)

28. Februar 2017, München

Matthew Sadler, Paul Hübner, Saleem Khan, Thilo Steinbauer

Die Trompete ist in der Neue-Musik-Szene im Augenblick eigentlich so etwas wie ein Newcomer . Lange wurden ihre spieltechnischen und klanglichen Möglichkeiten kaum weiterentwickelt, und sie wechselte nur zwischen traditionellen Orchesteraufgaben und dem Idiom der Jazz-Trompete. Mein neuns tziger Zyklus Sammelsurium stellt fast panoptikumartig verschiedenste Spieltechniken, Ausdrucksformen und vor allem verschiedenste Trompeten- instrumente von der ventillosen Barocktrompete ber die Sopran-Posaune bis hin zu Viertelton-Instrumenten neben- und gegeneinander und lässt so ein skurriles Panorama an Trompetenklängen entstehen.

 „Organi“ für Blockflötenquartett (2004/2008/2016/2017)

31. März 2017, Augsburg

Iris Lichtinger, Stefanie Pritzlaff, Maria Wegener, Sophia Rieth

„Der Klang eines Blockflötenensembles erinnert zuweilen an ein Orgelpositiv, allerdings mit der reizvollen Möglichkeit, den Klang kantabel zu gestalten, ihn expressiv zu intensivieren oder den Klang vom Luftgeräusch bis zum schrillen forte-Klang zu modulieren. Von diesem Klangmaterial ausgehend entstanden über die Jahre zahlreiche Skizzen und Werkfragmente, die ich nun zu einem siebensätzigen Zyklus zusammengefasst habe. Die Sätze reichen vom weit ausspannenden Alt-Solo bis zu zwei größeren Quartettsätzen, die das gesamte Instrumentarium von der Garklein-Flöte bis zur Großbassblockflöte nutzen. Gleichzeit beziehen sich die einzelnen Sätze im Gesamtzusammenhang und auch einzeln auf eine weitere Bedeutung des italienischen Wortes ‚organo‘: wie bei organisch wachsenden Strukturen entwickelt sich jeder Satz aus einer kleinen rhythmischen oder melodischen Zelle.“

Besprechung

 „Pentation“ für Violine, Klarinette und Klavier (2014)

28. April 2017, München

Mitglieder des Ensemble Oktopus (Musikhochschule München)

„Ganz zu Beginn meines Kompositionsstudiums entstand ein kleines Albumblatt für Klavier, das ich ‚Pentation‘ nannte — aus den Worten ‚Penta‘ und ‚tentation‘ gebildet; die Beschreibung des mathematischen Begriffs ‚pentation‘ kannte ich damals noch nicht. Dieses kleine Werk, das man auch als Kompositionsetüde sehen kann, bestand ausschließlich aus fünf Tönen. 2014 setzte ich schließlich das Werk für die Trio-Besetzung Klarinette, Violine und Klavier neu auf. Wiederum hatte die Anlage für mich etwas etüdenhaftes: fast alle Parameter beziehen sich auf die Zahl fünf und werden im Verlauf des Werkes immer wieder neu kombiniert, gebrochen und führen so schließlich zu einem virtuosen ‚in-sich-kreisen‘, zu einem Reigen für drei Solisten.“

 

meta/morph VI: jumble (2017)

23. Mai 2017, München

Landesjugendensemble Berlin // Gerhard Scherer (Leitung)

Mein Werk „meta/morph VI: jumble“ setzt die Reihe kleiner Etüden für Ensemble fort, die alle — stilistisch und ästhetisch — höchst unterschiedlich eine Zwölftonfolge Anton Webers variieren. Im sechsten Satz ist die Tonfolge nun mit einem rhythmischen Modell verbunden, in welches das heterogene musikalische Material „eingepasst“ wird und sich dann mehrmals — immer wieder neu verschachtelt —  wiederholt, ehe es schließlich in ein „Wirrwarr“ (dt. für jumble) abgleitet.

 

Reigen (… in Meeresstille) für Gitarre (2017)

2. Juli 2017, Augsburg

Stefan Barcsay, Gitarre

Nach meinem „Furiant“ aus dem Jahr 2007 ist nun knapp zehn Jahre später ein weiteres Werk für Gitarre (Solo) entstanden. Die Klanglichkeit dieses Albumblattes wird bestimmt durch eine spezielle, auf der Naturtonskala über C basierende Skordatur. Dabei hört dieses intime „Reigen“-Tänzchen auch immer wieder der Begleitung einer Schubert’schen Liedvertonung nach.

 

Pianino poetico Nr. 2 für Klavier zu sechs Händen (2015)

16. Juli 2017, Augsburg

Sophie Neeb, Tamino Bauknecht, Johannes X. Schachtner, Klavier

Ebenso wie „Pianino poetico I“ für Klavier ist mein zweiter kleiner Zyklus (auch) für junge Pianisten geschrieben. Die ungewöhnliche Besetzung des Klaviers zu 6-Händen ermöglicht dabei ganz unterschiedliche klangliche Effekte: So fängt das Klavier im ersten Satz vermeintlich zu „plappern“ an — die Akkordstrukturen sind dabei dem Spektrum einer Sprechstimme angenähert. Im zweiten, einer augenzwinkernden Hommage an Robert Schumanns Album für die Jugend, fängt das Klavier zu „singen“ an, ehe sich im dritten Satz schwarze und weiße Cluster zu fast jazzig-anmutenden Akkorden türmen. Und schließlich beginnt im vierten Satz das Klavier zu „lärmen“: verschiedene Präparationen sorgen dafür, dass sich das Klavier in ein „Janitscharen-Klavier“ verwandelt und „alla turca“ spielt. 

 

Giacomo Puccini: Messa di Gloria

Bearbeitung von Puccinis Messa a quattro voci (1880) für Tenor, Bariton, gem. Chor, Harmoniemusik, Pauken und Kontrabass (lat.)

29. Juli  2017, Pentenried

Alfons Brandl (Tenor) // Peter Schöne (Bariton) // Chor und Harmoniemusik des collegium:bratananium // Rudi Spring  (Leitung)

 

Streichquartett Nr. 2 („quasi una serenata) (2015)

28. August 2017, Dießen am Ammersee

Auriga Quartett

 

 Auszüge aus „Sammelsurium Nr. 2“ (2017)

20. September 2017, München

Matthew Sadler, Trompete // Henri Bonamy, Klavier

 

„Meditation und Aphorismus“ für Chor (2010)

14. Oktober 2017, München

Kammerchor des collegium:bratananium // Johannes X. Schachtner, Leitung

„Die Vertonung des Textes von Berkan Karpat und Zafer Senocak entstand ursprünglich als Auftragswerk für die Installation die ‚DNA des Vergessens‘. Darin geht es um kollektive und persönliche Trauer und Erinnerung und deren ritueller, gesellschaftlicher und kultureller Verarbeitung. Auf dieses Thema reagiert auch meine Komposition: ein einfaches Sekundmotiv, das meist in Terzen oder Dezimen erklingt, wird selbst durch andauernde Wiederholung zum Ritual. Die Verse laden dabei das Motiv semantisch auf, ehe es sich in der Coda in aphoristischer Kürze entlädt und scheinbar zum Ende kommt.“

„Eutopia“ für Chor und Violoncelloquartett (2016/2017)

14. Oktober 2017, München

Kammerchor und Violoncello-Ensemble des collegium:bratananium // Johannes X. Schachtner, Leitung

 

 Sergej Rachmaminov: Sechs Chöre

Bearbeitung von Rachmaninoffs Sechs chören op. 15 (1895, ursprünglich für Frauen- oder Kinderchor und Klavier) für Frauenchor und Violoncelloquartett
(russ.)

15. Oktober, Gauting

Violoncelloensemble und Chor des collegium:bratananium // Johannes X. Schachtner (Leitung)

 

 meta/morph VI: clustaria (2017)

15. Oktober 2017, Sondershausen

Thüringer Landesjugendensemble für Neue Musik // Yuri Lebedev, Leitung

 

„abtasten“ (Relief Nr. 2) – Fassung für Akkordeon (2013/2017)

16. Oktober 2017, Madrid

Ander Telleria, Akkordeon

 

„Chronos – Farewell Song“ für sechs Violoncelli (2017)

11. Dezember 2017, München

Ensemble CelloPassionato (Ltg. Julius Berger)

 

 „pasar la calle“ für mitteltoniges Akkordeon (2017)

20. Dezember 2017, Zaragoza

Ander Telleria, mitteltöniges Akkordeon

„’Pasar la calle‘ (die Straße entlang gehen) – dieser spanische Begriff, aus der sich dann irgendwann die musikalische Gattung ‚Passacaglia‘ entwickelte, begleitete mich schon einige Jahre. Anfang diesen Jahres bat mich der spanische Akkordeonist Ander Telleria für sein mitteltönig gestimmtes Instrument. Mit großen Vergnügen nahm ich dieses besondere Instrument, das insbesondere durch sein gleichzeitig integriertes wohltemperiertes Register eine so unglaubliche Vielfarbigkeit bietet, mit auf einen Spaziergang…“

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.